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Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Strahlenheilkunde



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Strahlentherapie am Klinikum der Universität Freiburg

Die Tradition der Strahlentherapie in Freiburg reicht bis ins Jahr 1899 zurück. Unmittelbar nach der Entdeckung der "X-Strahlen" durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 kamen seine Ideen durch seinen ehemaligen Studenten, den Physiker Ludwig Zehnder, einen externen Dozenten des Physikalischen Instituts der Universität, nach Freiburg. Röntgen selbst hatte 1895 den Ruf auf eine Professur der Universität Freiburg nicht angenommen, weil die badische Regierung nicht in der Lage war, seine Forderungen zur Ausstattung eines Laboratoriums zu erfüllen. Somit war es Ludwig Zehnder, der in Freiburg Röntgenröhren produzierte und im Sommer 1896 als erster Untersuchungen mit Röntgenstrahlung durchführte.

Ab dem Jahre 1910 nutzte der Freiburger Gynäkologe Bernhard Krönig Röntgenstrahlen und Radiumstrahlung im Rahmen medizinischer Anwendungen. Mit dem Physiker Walter Friedrich, einem Studenten von W.C. Röntgen, begann er Untersuchungen zur Dosimetrie und zur Wirkung von ionisierender Strahlung auf menschliches Gewebe. Folglich war Walter Friedrich der erste Medizinphysiker in Freiburg.

Krönig und Friedrich waren sich der Notwendigkeit der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Strahlentherapie bewusst. Aus diesem Grund wurde 1914 das "Radiologische Institut" der Universitätsklinik Freiburg gegründet. In diesem Institut untersuchte Walter Friedrich die grundlegenden Prinzipien der Dosimetrie ionisierender Strahlung. Auch im Physikalischen Institut der Universität wurden die Probleme der Messung ionisierender Strahlung studiert, und zwar durch die Physiker Otto Glasser und Wilhelm Hammer, dem späteren Gründer der Firma PTW. Glasser und Hammer entwickelten Dosimeter mit Ionisationskammern. Ab 1922 wurde das "Hammer-Dosimeter" kommerziell verfügbar, nachdem Hammer die Probleme einerseits des Transports sehr niedriger Ionisationsströme von der Ionisationskammer zum Elektrometer und andererseits der quantitativen Erfassung sehr geringer elektrischer Ladungen mit Hilfe eines hochempfindlichen elektrostatischen Relais gelöst hatte.

Klinik für Strahlenheilkunde

Heute ist die Klinik für Strahlenheilkunde in einem eigenen Gebäude auf dem Gelände des Universitätsklinikums untergebracht. Im Untergeschoss befinden sich fünf Bestrahlungsräume mit Linearbeschleuniger. Alle Linearbeschleuniger sind mit MLC und EPID ausgestattet. An drei Beschleunigern lassen sich intensitätsmodulierte Bestrahlungen (IMRT) durchführen. Zwei der Beschleuniger besitzen außerdem Systeme für die kV- sowie "Cone Beam"-CT-Bildgebung für IGRT-Anwendungen.

Brachytherapie wird mit Hilfe eines HDR Afterloading Systems durchgeführt; die Implantation von radioaktiven Quellen und Kathetern wird mit Hilfe eines Ultraschallsystems überwacht und mit einer kV-Bildgebung dokumentiert. Für die Vorbereitung der Bestrahlung stehen ein CT-Scanner und ein Simulator zur Verfügung. Mehrere Therapieplanungssysteme zur 3D-Planung von Teletherapie und Brachytherapie sind vorhanden. Zusätzlich wird in einem separaten Operationssaal ein spezieller Linearbeschleuniger und ein HDR Afterloading System für intraoperative Strahlentherapie (IORT) eingesetzt. Die Betreuung stationärer Patienten erfolgt auf der Strahlentherapie-Station
"Marie Curie" mit insgesamt 40 Betten.

Der Mitarbeiterstab unserer Klinik besteht aus Strahlenonkologen, Medizinphysikern, Medizinisch-Technischen Assistenten, Pflegern, IT-Spezialisten und einer Techniker-Gruppe. Strahlenbiologische Grundlagenforschung wird in einem separaten Laboratorium durchgeführt.

Der Hauptfokus der Klinik liegt auf der Hochpräzisionsstrahlentherapie, ausgerichtet auf Zielvolumina, die auf der Basis einer CT- und einer PET-, PET-CT- oder MR-Bildgebung definiert werden, gefolgt von Berechnungen der Dosisverteilungen unter Verwendung von geeigneten Algorithmen. Präzise 3D-Berechnungen basieren jedoch auf präziser Dosimetrie und dem Einsatz von Geräten und Einrichtungen für die routinemäßig durchgeführte Qualitätssicherung. Während der Bestrahlung wird die Qualitätsicherung mit Hilfe von IGRT und bei besonderen Behandlungen mit Hilfe von In-vivo-Dosimetrie-Systemen gewährleistet.

Für diese Zwecke wird Mess- und Prüfausstattung aus der Produktion von PTW-Freiburg eingesetzt, kombiniert mit Hilfsmitteln, die im Haus entwickelt und hergestellt wurden. Ausgerichtet auf unseren Hauptfokus werden in unserer Klinik in Kooperation mit der Firma PTW-Freiburg neue Produkte aus deren Fabrikation getestet mit dem Ziel der routinemäßigen Anwendung dieser Produkte im Sinne einer Strahlentherapie hoher Präzision und Qualität.



Kontakt:

Dr. Gregor Bruggmoser,
 gregor.bruggmoser[at]uniklinik-freiburg.de,
Tel. 0761-270-9479

Dr. Norbert Hodapp,
 norbert.hodapp[at]uniklinik-freiburg.de,
0761-270-9480

Medizinphysiker

Universitätsklinikum Freiburg
Klinik für Strahlenheilkunde
Robert-Koch-Str. 3
79106 Freiburg
Deutschland



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